Abirateronacetat

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    Abirateronacetat
    Abirateronacetat (Zytiga®) wird zur Behandlung von Krebserkrankungen der Prostata (einer Drüse des männlichen Fortpflanzungssystems) bei erwachsenen Männern angewendet

    Fertigarzneimittel

    • Zytiga®

    Indikation

    Abirateronacetat (Zytiga®) wird zur Behandlung von Krebserkrankungen der Prostata mCRPC (einer Drüse des männlichen Fortpflanzungssystems) bei erwachsenen Männern angewendet, wenn der Krebs metastasiert ist (d. h. sich bereits auf andere Bereiche des Körpers ausgeweitet hat).

    Es wird in den folgenden Fällen angewendet:

    • wenn eine medizinische Kastration (Beendigung der Produktion männlicher Hormone im Körper mithilfe von Arzneimitteln) mit einer als Androgendeprivationstherapie bezeichneten Behandlung bei Männern, die keine oder nur leichte Symptome der Erkrankung aufweisen und noch keine Chemotherapie (Arzneimittel gegen Krebs) benötigen, nicht angesprochen hat bzw. nicht mehr anspricht;
    • wenn eine medizinische oder chirurgische Kastration und eine Docetaxel-haltige Chemotherapie nicht angesprochen haben bzw. nicht mehr ansprechen.

    Abirateronacetat (Zytiga®) wird zusammen mit den Arzneimitteln Prednison oder Prednisolon angewendet.

    Das Arzneimittel ist nur auf ärztliche Verschreibung erhältlich.


    Anwendung

    Zytiga-Tabletten werden unzerkaut mit Wasser mindestens zwei Stunden nach dem Essen und mindestens eine Stunde vor einer weiteren Nahrungsaufnahme geschluckt. Die empfohlene Dosis beträgt vier Tabletten einmal täglich. Die Konzentrationen der Leberenzyme im Blut sollten vor Beginn der Behandlung und danach regelmäßig überprüft werden. Treten bei den Patienten Leberprobleme auf, ist die Behandlung zu unterbrechen. Sofern sich die Leberfunktion normalisiert hat, kann die Behandlung in einer niedrigeren Dosis fortgesetzt werden. Bestehen die Leberprobleme jedoch weiterhin, ist die Behandlung abzubrechen. Falls bei den Patienten schwere Nebenwirkungen auftreten, ist die Behandlung gegebenenfalls zu unterbrechen, bis sich die Symptome gebessert haben oder verschwunden sind.

    Bei Patienten, die keiner chirurgischen Kastration unterzogen wurden, sollte die Androgendeprivationstherapie mit einem als „GnRH-„ oder „LHRH-Analogon“ bezeichneten Arzneimittel fortgesetzt werden.


    Wirkmechanismus

    Selektive Blockade des Enzyms Steroid-17α-Hydroxylase (CYP17A1)

    Der Wirkstoff in Zytiga, Abirateronacetat, wird im Körper in Abirateron umgewandelt, das verhindert, dass der Körper Testosteron, ein männliches Hormon, produziert. Abirateron bewirkt dies dadurch, dass es ein Enzym mit der Bezeichnung CYP17, das in den Hoden und andernorts im Körper vorkommt, blockiert. Da die Krebszellen für ihr Überleben und Wachstum Testosteron benötigen, kann Abirateronacetat durch die Verringerung der Testosteronproduktion das Wachstum von Prostatakrebs verlangsamen.

    Wirkstoffklasse: Inhibitoren der Androgen-BiosyntheseCyp17A1-Inhibitor

    Abirateron
    Abirateron ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Steroide, die als Arzneistoff zur Hormontherapie und zur Behandlung des kastrationsresistenten Prostatakrebs in der EU zugelassen ist. Abirateron ist die wirksamste Form des Prodrugs Abirateronacetat

    Studienlage

    Zytiga wurde in zwei Hauptstudien mit einem Placebo (einer Scheinbehandlung) verglichen. An der ersten Studie nahmen 1 195 Männer mit metastasiertem Prostatakrebs teil, deren Krankheit sich trotz einer chirurgischen oder medizinischen Kastrationsbehandlung und einer Chemotherapie mit Docetaxel verschlimmert hatte. Der Hauptindikator für die Wirksamkeit war die Gesamtüberlebensdauer der Patienten.

    An der zweiten Studie nahmen 1 088 Männer mit metastasiertem Prostatakrebs teil, die keine oder nur leichte Symptome der Krankheit aufwiesen und bei denen die Kastrationsbehandlung nicht angesprochen hatte bzw. nicht mehr ansprach. Der Hauptindikator für die Wirksamkeit war die Länge des Zeitraums, bis sich die Erkrankung der Patienten verschlimmerte.

    Bei beiden Studien wurden die Patienten mit Prednison oder Prednisolon zusammen mit entweder Zytiga oder Placebo behandelt.

    Nutzenanalyse

    In der ersten Studie lebten die mit Zytiga behandelten Patienten ab dem Behandlungsbeginn noch knapp unter 15 Monate, während die Patienten, die Placebo erhielten, noch knapp unter elf Monate lebten.

    In der zweiten Studie lebten die mit Zytiga behandelten Patienten durchschnittlich noch rund 16 Monate, ohne dass sich ihre Erkrankung verschlimmerte, verglichen mit rund acht Monaten bei Patienten, die Placebo erhielten.


    Unerwünschte Arzneimittelwirkungen (Nebenwirkungen)

    Sehr häufige Nebenwirkungen von Zytiga (beobachtet bei mehr als 1 von 10 Patienten) waren Harnwegsinfektion, Hypokaliämie (niedriger Kaliumspiegel im Blut), Hypertonie (Bluthochdruck) und peripheres Ödem (Schwellung der Extremitäten durch Wassereinlagerung). Weitere wichtige Nebenwirkungen waren u. a. Herzerkrankungen, Hepatotoxizität (Leberprobleme) und Frakturen. Die vollständige Auflistung der im Zusammenhang mit Zytiga berichteten Nebenwirkungen ist der Packungsbeilage zu entnehmen.

    Kontraindikationen von Abirateronacetat

    Abirateronacetat darf nicht bei Patienten angewendet werden, die überempfindlich (allergisch) gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile sind. Es darf ferner nicht bei Patienten mit schwer eingeschränkter Leberfunktion angewendet werden. Es ist nicht zur Anwendung bei Frauen bestimmt und darf nicht bei Frauen angewendet werden, die schwanger sind bzw. sein könnten.


    Begründung der Zulassung

    Der CHMP stellte fest, dass Zytiga in Kombination mit Prednison oder Prednisolon bei Patienten, deren Krankheit sich trotz einer Kastrationsbehandlung und einer Chemotherapie mit Docetaxel verschlimmert hatte, im Vergleich zu Placebo das Überleben verbesserte. Der Ausschuss wies darauf hin, dass es nur sehr wenige Behandlungsalternativen für diese Patienten gibt. Darüber hinaus beurteilte der Ausschuss den Umstand, dass Zytiga oral eingenommen wird, als weiteren Vorteil. Bei Patienten, bei denen eine medizinische Kastration nicht angesprochen hat und die keine oder nur leichte Symptome aufweisen, ist Zytiga von Nutzen, wenn noch keine Chemotherapie erforderlich ist. Was die Sicherheit betrifft, wird Zytiga gut vertragen und werden die Risiken des Arzneimittels als beherrschbar angesehen. Daher gelangte der CHMP zu dem Schluss, dass der Nutzen von Zytiga gegenüber den Risiken überwiegt, und empfahl, die Genehmigung für das Inverkehrbringen zu erteilen.


    Videos zu Abirateronacetat


    Literatur & Quellen zu Abirateronacetat

    1. Zusammenfassung des EPAR für die Öffentlichkeit „Zytiga“; EMA/954604/2011, EMEA/H/C/002321; Stand 12/2012 LINK