Bumetanid Modell

Bumetanid


Wirkmechnismus

Direkte Hemmung von des Na-K-2Cl-Cotransporters (NKCC1)


Anwendung

Bumetanid wird als Schleifendiuretikum eingesetzt. Jedoch gibt es aktuell kein zugelassenen Fertigarzneimittel in Deutschland (06-2016).


Experimentelle Anwendung von Bumetanid

Vor allem in den USA wird Bumetanid in zwei Anwendungsbereichen außerhalb der Zulassung (off-label) eingesetzt.

Behandlung von Erkrankungen des Autismus-Spektrum-Störungen

Bumetanid wirkt auf den umgekehrten Chlorid-Gradient in unreifen Neuron indem es den Influx von Chlorid verhindert. Dadurch wird ein depolarisierter Status erhalten und mutmaßlich eine Aktivierung dieser exzitatorischen GABA-nergen Neurone verhindert. Dies soll die Effektivität von Phenobarbital erhöhen [1]. Aufgrund möglicher Nebenwirkungen (Hörverlust, Störung des Elektrolythaushalt) hat die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) eine Studie zu dieser Anwendung bereits vor der Patienten-Rekrutierung gestoppt [1].

Behandlung von Herzerkrankungen

Auch hier wird Bumetamid off-label eingesetzt, zur Erhöhung der Urinausscheidung bei pediatrischen Patienten mit einer Extrakorporale Membranoxygenierung (ECMO). [2]


Dosierung

Angewandte Dosierungen können in den angegeben Literaturquellen nachgelesen werden [1;2]


Synthese von Bumetanid

In einem ersten Schritt wird das Sulfonylchlorid mit Ammoniak in das entsprechende Sulfonamid überführt. Die Umsetzung mit Natriumphenolat ergibt in einer nucleophilen Substitution den Biphenylether. Durch katalytische Hydrierung wird das Anilin erhalten, welches dann mit Butanol zum sekundären Amin umgesetzt wird [3].

Bumetanid-Synthese


Chemische Daten

  • IUPAC: 3-butylamino-4-phenoxy-5-sulfamoyl-benzoic acid
  • CAS-Nummer: 28395-03-2
  • PubChem: 2421
  • ATC-Code: C03CA02
  • Summenformel: C17H20N2O5S
  • Schmelzpunkt: 232-237 °C
  • fest
  • unlöslich in Wasser

Bumetanid Strukturformel


Synonyme

  • Bumetanide
  • 3-Butylamino-4-phenoxy-5-sulfamoylbenzoesäure
  • PF1593

Literatur & Quellen

  1. Vesoulis, Z.; Indian J Pediatr. 2014 June ; 81(6): 592–598. doi:10.1007/s12098-014-1457-9. LINK
  2. Watt, K.; Cardiovasc Pharmacol. 2011 August ; 58(2): 126–132. doi:10.1097/FJC.0b013e318213aac2 LINK
  3. Franz von Bruchhausen: Hagers Handbuch der Pharmazeutischen Praxis. Springer-Verlag, 1930, ISBN 978-3-540-52688-9, S. 547
  4. Arzneitteldatenbank der FDA „Bumex“ LINK

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