Crizotinib

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    Anwendung

    Crizotinib wird bei Erwachsenen zur Behandlung einer Art von Lungenkrebs, dem sogenannten nicht kleinzelligen Bronchialkarzinom (non small cell lung cancer, NSCLC), angewendet, wenn die Erkrankung fortgeschritten ist. Es wird nur dann angewendet, wenn das NSCLC „ALK-positiv“ ist. Das bedeutet, dass die Krebszellen bestimmte Defekte aufweisen, die das Gen für ein Protein mit der Bezeichnung ALK (anaplastische Lymphomkinase) beeinträchtigen. Das Arzneimittel ist nur auf ärztliche Verschreibung erhältlich.


    Dosierung

    Die Behandlung mit Crizotinib sollte von einem Arzt eingeleitet und überwacht werden, der in der Anwendung von Arzneimitteln zur Krebstherapie erfahren ist. Zuvor muss das Vorliegen des genetischen Defekts, der die ALK betrifft (ALK-positiver Status), durch geeignete Methoden bestätigt werden. Die empfohlene Dosis beträgt 250 mg zweimal täglich. Wenn bestimmte Nebenwirkungen auftreten, kann der Arzt entscheiden, die Behandlung zu unterbrechen oder die Dosis auf 200 mg zweimal täglich, dann auf 250 mg einmal täglich zu senken. Wenn beim Patienten bestimmte schwere Nebenwirkungen auftreten, müssen die Dosisgaben unter Umständen verschoben oder die Behandlung ganz abgesetzt werden. Bei Patienten mit schweren Nierenfunktionsstörungen müssen die Dosen gegebenenfalls angepasst werden. Das Arzneimittel darf nicht bei Patienten mit schweren Leberfunktionsstörungen angewendet werden. Nähere Informationen sind der Packungsbeilage zu entnehmen.


    Wirkmechanismus

    Die ALK gehört zu einer Familie von Proteinen, die als Rezeptortyrosinkinasen (RTK) bezeichnet werden und am Wachstum von Zellen beteiligt sind. Bei ALK-positiven Patienten weist das ALK-Protein eine abnormale Aktivität auf und kann das Wachstum von Krebszellen und die Entwicklung neuer Blutgefäße, die diese Zellen versorgen, fördern. Der in Xalkori enthaltene Wirkstoff, Crizotinib, ist ein „RTK-Hemmer“. Er wirkt hauptsächlich, indem er die Aktivität der ALK blockiert, auch bei Vorliegen des genetischen Defekts, und so das Wachstum und die Ausbreitung von Karzinomen beim ALK-positiven NSCLC verringert.

    Siehe auch: Tyrosinkinase-Inhibitoren


    Studien zu Crizotinib

    Crizotinib wurde in zwei Hauptstudien untersucht, an denen 386 Patienten mit ALK-positivem NSCLC teilnahmen, die zuvor bereits behandelt mit anderen Therapien worden waren. Crizotinib wurde nicht mit anderen Behandlungen verglichen. In beiden Studien war der Hauptindikator für die Wirksamkeit der Anteil der Patienten, der vollständig oder teilweise auf die Behandlung ansprachen. Das Ansprechen auf die Behandlung wurde durch Körper-Scans und anhand von standardisierten Kriterien für solide Tumoren überprüft. Vollständiges Ansprechen liegt vor, wenn ein Patient keine Anzeichen der Krebserkrankung mehr aufweist. Daneben wurden weitere Faktoren berücksichtigt, wie z. B. die Länge des Zeitraums, in dem sich die Erkrankung nicht verschlimmerte. Darüber hinaus wurde Crizotinib bei Patienten untersucht, die für ihr NSCLC zuvor noch keine Behandlung erhalten hatten. In der Studio, an der 343 Patienten mit ALK-positivem NSCLC teilnahmen, wurde Crizotinib mit anderen Krebsarzneimitteln (Pemetrexed entweder zusammen mit Cisplatin oder Carboplatin). Hauptindikator für die Wirksamkeit war die Zeitdauer, die die Patienten lebten, ohne dass sich ihre Erkrankung verschlimmerte.

    Nutzenanalyse

    In den Studien mit zuvor behandelten Patienten erwies sich Crizotinib als wirksam bei der Behandlung des ALK-positiven NSCLC, wobei in der ersten Studie 60 % und in der zweiten 53 % der Patienten vollständig oder teilweise auf die Behandlung ansprachen. Die Länge des Zeitraums, in dem sich die Erkrankung nicht verschlimmerte, betrug in den zwei Studien 9,2 bzw. 8,5 Monate. In der Studie mit zuvor unbehandelten Patienten, betrug die Dauer des Zeitraums, in dem die Patienten ohne Verschlechterung der Erkrankung lebten, bei den mit Crizotinib behandelten Patienten etwa 11 Monate, verglichen mit 7 Monaten bei Patienten, die mit einer Therapie unter Verwendung von Pemetrexed behandelt wurden.


    Unerwünschte Arzneimittelwirkungen

    Sehr häufige Nebenwirkungen von Crizotinib (beobachtet bei mehr als 1 von 5 Patienten) sind Sehstörungen, Nausea (Übelkeit), Durchfall, Erbrechen, Ödeme (Schwellungen), Anstieg der Leberenzyme im Blut, verminderter Appetit, Verstopfung, Schwindel, Neuropathie (Schmerzen Xalkori EMA/741798/2015 Seite 3/3 aufgrund von Nervenschädigungen) und Müdigkeit. Die vollständige Auflistung der im Zusammenhang mit Crizotinib berichteten Nebenwirkungen ist der jeweiligen Packungsbeilage zu entnehmen. Die schwerwiegendsten Nebenwirkungen sind Lebertoxizität, Lungenentzündung, Neutropenie (geringe Zahl von Neutrophilen im Blut, eine Art weißer Blutkörperchen) sowie QT-Verlängerungen. Crizotinib darf nicht bei Patienten mit schweren Leberfunktionsstörungen angewendet werden. Die vollständige Auflistung der Einschränkungen ist der Packungsbeilage zu entnehmen.


    Literatur & Quellen

    1. EMA/741798/2015 EMEA/H/C/002489 Zusammenfassung des EPAR für die Öffentlichkeit; Xalkori Crizotinib Stand 11/2015