Denosumab

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    Antikörper

    Beschreibung

    Denosumab wird zur Behandlung von Osteoporose (einer Krankheit, die Knochen brüchig macht) bei Frauen nach den Wechseljahren und bei Männern, die ein erhöhtes Risiko für Frakturen (Knochenbrüche) haben, angewendet. Bei Frauen nach den Wechseljahren senkt Denosumab das Risiko von Frakturen in der Wirbelsäule und anderen Stellen im Körper, einschließlich der Hüfte.

    Denosumab wird darüber hinaus angewendet, um Knochenschwund bei Männern zu behandeln, die wegen einer Prostatakrebsbehandlung ein höheres Frakturrisiko haben. Denosumab senkt das Risiko von Wirbelsäulenfrakturen.

    Das Arzneimittel ist nur auf ärztliche Verschreibung erhältlich.


    Anwendung

    Denosumab wird alle sechs Monate als 60 mg-Injektion unter die Haut des Oberschenkels, der Bauchregion oder der Rückseite des Arms verabreicht. Der Arzt sollte sicherstellen, dass der Patient während der Denosumab –Behandlung mit Kalzium und Vitamin D versorgt wird. Denosumab kann von Personen verabreicht werden, die in der Verabreichung von Injektionen entsprechend geschult wurden.


    Wirkmechanismus

    Denosumab ist ein monoklonaler Antikörper. Ein monoklonaler Antikörper ist ein Antikörper (ein Protein), der speziell entwickelt wurde, um eine bestimmte Struktur (ein sogenanntes Antigen) im Körper zu erkennen und daran zu binden. Denosumab wurde so entwickelt, dass es an ein Antigen mit dem Namen RANKL bindet, das zur Aktivierung der Osteoklasten beiträgt, also derjenigen Körperzellen, die am Abbau des Knochengewebes beteiligt sind. Dadurch, dass Denosumab an RANKL bindet und dieses hemmt, vermindert es die Bildung und Aktivität der Osteoklasten. Auf diese Weise wird der Knochenschwund gemindert und die Knochenstärke bleibt erhalten, wodurch Frakturen weniger wahrscheinlich werden.


    Studien zur Zulassung – Denosumab

    Zur Behandlung von Osteoporose bei Frauen wurde Denosumab in zwei Hauptstudien mit Placebo (Scheinbehandlung) bei insgesamt mehr als 8 000 Frauen mit Osteoporose nach den Wechseljahren verglichen. Bei der ersten der beiden Studien war der Hauptindikator für die Wirksamkeit die Anzahl der Frauen, die im Laufe von drei Jahren neue Wirbelsäulenfrakturen erlitten. Ebenfalls untersucht wurde in dieser Studie, wie viele Frauen Frakturen an anderen Stellen im Körper hatten, darunter auch in der Hüfte. In der zweiten Studie wurden die teilnehmenden Frauen gegen Brustkrebs behandelt und galten daher als besonders anfällig für Frakturen. Der Hauptindikator für die Wirksamkeit war die Veränderung der Knochendichte (ein Maß für die Festigkeit der Knochen) in der Lendenwirbelsäule nach einjähriger Behandlung.

    Zur Behandlung von Osteoporose bei Männern wurde Denosumab in einer Hauptstudie mit Placebo bei 242 Männern mit Osteoporose verglichen. Der Hauptindikator für die Wirksamkeit war die Veränderung der Knochendichte in der Lendenwirbelsäule nach einem Behandlungsjahr.

    Zur Behandlung von Knochenschwund bei Männern, die wegen Prostatakrebs behandelt wurden, wurde Denosumab ebenfalls in einer Hauptstudie bei 1 468 Männern, die aufgrund einer Behandlung wegen Prostatakrebs ein höheres Frakturrisiko aufwiesen, mit Placebo verglichen. Der Hauptindikator für die Wirksamkeit war die Veränderung der Knochendichte in der Lendenwirbelsäule nach zwei Jahren. Bei dieser Studie wurde ferner untersucht, wie viele Patienten im Laufe von drei Jahren Wirbelsäulenfrakturen erlitten.

    Nutzen

    Bei Frauen mit Osteoporose nach den Wechseljahren verringerte Denosumab Frakturen wirksamer als Placebo. Im Laufe von drei Jahren erlitten 2 % der Frauen, die Denosumab erhielten, neue Wirbelsäulenfrakturen, verglichen mit 7 % der Frauen unter Placebo. Denosumab erwies sich ebenfalls als wirksamer bei der Verringerung der Anzahl von Frauen, die Frakturen an anderen Stellen im Körper hatten, darunter auch in der Hüfte.

    Frauen mit Brustkrebs, die Denosumab einnahmen, hatten nach einem Jahr zudem eine höhere Knochendichte in der Lendenwirbelsäule.

    Bei Männern mit Osteoporose, die Denosumab einnahmen, erhöhte sich die Knochendichte nach einem Behandlungsjahr um 5,7 %, verglichen mit 0,9 % bei Männern unter Placebo.

    Bei Männern, die gegen Prostatakrebs behandelt wurden, war Denosumab bei der Behandlung von Knochenschwund wirksamer als Placebo. Nach zwei Jahren wiesen Männer, die Denosumab erhielten, eine erhöhte Knochendichte in der Lendenwirbelsäule auf, die um 7 % über der Knochendichte der Männer unter Placebo lag. Überdies war nach drei Jahren das Risiko neuer Wirbelsäulenfrakturen bei den Patienten unter Denosumab geringer.

    Osteoporose Stadien
    Die Stadien der Osteoporose

    Unerwünschte Arzneimittelwirkungen

    Sehr häufige Nebenwirkungen von Denosumab (beobachtet bei mehr als 1 von 10 Patienten) sind Schmerzen in Armen oder Beinen sowie Knochen-, Gelenk- und/oder Muskelschmerzen. Ungewöhnliche oder seltene Fälle von Zellulitis (Entzündung des Unterhautgewebes), Hypokalzämie (niedriger Kalziumspiegel im Blut), Überempfindlichkeit (Allergie), Osteonekrose des Kiefers (Schädigung der Kieferknochen, die zu Schmerzen, wunden Stellen im Mund oder einer Lockerung der Zähne führen kann) und ungewöhnliche Frakturen des Oberschenkelknochens wurden bei Patienten unter Denosumab ebenfalls beobachtet.

    Die vollständige Auflistung aller Nebenwirkungen und Einschränkungen bei Prolia ist der Packungsbeilage zu entnehmen.


    Kontraindiktation

    Denosumab darf nicht bei Patienten mit Hypokalzämie (niedrigen Kalziumspiegeln im Blut) angewendet werden.


    Fertigarzneimittel

    1. Prolia®
    2. Xgeva®

    Literatur & Quellen

    1. EMA/681041/2015 EMEA/H/C/001120 – Zusammenfassung des EPAR für die Öffentlichkeit Prolia® Denosumab LINK

     

     

     

     

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