Nanosuspension

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    Beschreibung

    Eines der großen Probleme assoziiert mit schlecht löslichen Arzneistoffen ist deren geringe Bioverfügbarkeit. Dies gilt besonders für Arzneistoffe, welche weder gut in Wasser noch in anderen Lösungsmitteln löslich sind (Biopharmazeutisches Klassifizierungssystem Klasse II (BCS II). Nanosuspensionen werden erforscht um diese Aufgabenstellung zu lösen. In diesen wird der schlecht lösliche Arzneistoff ohne Zugabe eines Hilfsstoffs extrem fein suspendiert.


    Vorteile einer Nanosuspension

    • Verbesserte Löslichkeit und Bioverfügbarkeit
    • Dosis kann daher meist reduziert werden
    • Höhere physikalische Stabilität

    Herstellungsverfahren

    Grundsätzlich werden zwei Herstellungswege unterschieden:

    1. Zerkleinern des Arzneistoffs mit anschließender Zugabe des Lösungsmittels
    2. Zugabe des Lösungsmittels mit anschließender Verfeinerung der Suspension

    Stabilisierung

    Nanosuspensionen können durch Elektrostatische, sterische oder eine Kombination aus beiden Effekten stabilisiert werden [1].  Bei einer elektrostatischen Stabilisierung werden der Suspension geladene Tenside zugegeben. Diese lagern sich an die Partikel an, was zu einer Abstoßungsreaktion führt. Gemessen kann dies über das Zetapotential.

    Eine sterische Stabilisierung wird durch die Adsorption von Makromolekülen  erreicht, wobei man davon ausgehen kann, dass bei einer Schichtdicke der adsorbierten Polymerschichten > 10 nm, eine ausreichende Stabilisierung erreicht ist [1]. Man unterscheidet bei der sterischen Stabilisierung zwischen Entropie- und Enthalpiestabilisierung. Bei der Entropiestabilisierung geht man davon aus, dass bei Annäherung zweier Partikel, sich bei einem sehr kurzen Abstand die adsorbierten „Makromolekülschwänze“, die ins Dispersionsmedium ragen, überlagern und somit die Beweglichkeit reduziert und eine höhere Ordnung eingenommen werden muss. Diese höhere Ordnung ist energetisch ungünstig; die Teilchen wandern wieder auseinander. Bei der Enthalpiestabilisierung wird postuliert, dass bei Annäherung zweier Partikel, dort wo sich die ins Dispersionsmedium ragenden „Makromolekülschwänze“ überlappen, somit ein höherer osmotischer Druck vorherrscht und in die Zone dann Dispersionsmedium einströmt und die Partikel wieder auseinander drückt [1].


    Literatur & Quellen

    1. Claudia Jacobs „Nanosuspensionsformulierungen für verschiedene Applikationsformen“ (2003) Inaugural-Dissertation zur Erlangung der Doktorwürde im Fachbereich Biologie, Chemie, Pharmazie der Freien Universität Berlin LINK
    2. Patel, V. R; Agrawal, Y.K.; Nanosuspension: An approach to enhance solubility of drugs (2011) J Adv Pharm Technol Res. 2011 Apr-Jun; 2(2): 81–87. doi:  10.4103/2231-4040.82950

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