Pembrolizumab

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    Indikation

    Pembrolizumab (Keytruda®) ist ein Krebsarzneimittel zur Behandlung von Erwachsenen mit Melanomen (einer Form von Hautkrebs), die bereits in andere Körperbereiche gestreut haben oder operativ nicht entfernt werden können.


    Anwendung

    Die Behandlung mit Pembrolizumab (Keytruda®) darf nur von einem in der Anwendung von Krebstherapien erfahrenen Arzt eingeleitet und überwacht werden. Das Arzneimittel ist nur auf ärztliche Verschreibung erhältlich.

    Pembrolizumab (Keytruda®) ist als Pulver zur Herstellung einer intravenösen Infusionslösung (Tropfinfusion) erhältlich. Die Infusion wird in einer empfohlenen Dosis von 2 mg pro Kilogramm Körpergewicht alle drei Wochen über einen Zeitraum von 30 Minuten verabreicht. Der Arzt kann Dosen hinauszögern, wenn bestimmte Nebenwirkungen auftreten, oder die Behandlung gänzlich beenden, wenn die Nebenwirkungen schwerwiegend sind. Die Behandlung wird fortgesetzt, bis sich die Krankheit verschlechtert oder die Nebenwirkungen nicht mehr beherrschbar sind.


    Wirkmechanismus von Pembrolizumab

    Bei dem Wirkstoff von Keytruda®, Pembrolizumab, handelt es sich um einen monoklonalen Antikörper. Ein monoklonaler Antikörper ist ein Antikörper (ein Protein), der speziell entwickelt wurde, um eine bestimmte Struktur (ein sogenanntes Antigen) im Körper zu erkennen und daran zu binden.

    Pembrolizumab wurde entwickelt, um an einen Rezeptor namens „programmed cell death-1″ („Programmierter-Zelltod-Rezeptor 1″, PD-1-Rezeptor) zu binden und ihn zu blockieren. Dieser Rezeptor schaltet normalerweise die Aktivität bestimmter Zellen des Immunsystems (der natürlichen Abwehr des Körpers), die als T-Zellen bezeichnet werden, aus. Durch Blockieren dieses PD-1-Rezeptors hindert Pembrolizumab den PD-1-Rezeptor daran, diese Immunzellen auszuschalten, und steigert somit die Fähigkeit des Immunsystems, Melanomzellen abzutöten.

    Wirkstoffklasse: Immunmodulatoren (PD-1-Rezeptor-Inhibitoren)


    Studienlage

    Keytruda hat sich in zwei Hauptstudien bei der Behandlung von Patienten mit Melanomen, die operativ nicht entfernt werden konnten oder bereits in andere Körperbereiche gestreut hatten, als wirksam erwiesen.

    In die erste Studie wurden 540 Patienten eingeschlossen, die zuvor mit einem anderen monoklonalen Antikörper gegen Melanome, Ipilimumab, behandelt worden waren. Die Patienten erhielten entweder alle drei Wochen Keytruda in einer Dosis von 2 mg/kg oder 10 mg/kg oder eine Chemotherapie (mit Arzneimitteln zur Krebsbekämpfung). Erste Ergebnisse zeigten, dass sich die Krankheit 6 Monate nach Behandlungsbeginn bei 34 % der mit Keytruda behandelten Patienten nicht verschlechtert hatte, während dies nur bei 16 % der Chemotherapie-Patienten der Fall war.

    In der zweiten Studie wurden 834 nicht mit Ipilimumab vorbehandelte Patienten untersucht. Diese Patienten erhielten entweder Keytruda oder Ipilimumab. Erste Ergebnisse zeigten, dass die mit Keytruda behandelten Patienten bis zu 5,5 Monate ohne Fortschreiten der Krankheit lebten, die mit Ipilimumab behandelten Patienten 2,8 Monate. Die Studie ergab auch, dass das Gesamtüberleben (OS) der mit Keytruda behandelten Patienten länger als das der Patienten war, die Ipilimumab erhalten hatten. Bis zu 71 % der Keytruda-Patienten lebten noch mindestens 12 Monate nach Behandlungsbeginn, im Vergleich zu 58 % der mit Ipilimumab behandelten Patienten.


    Unerwünscht Arzneimittelwirkungen – Nebenwirkungen

    Sehr häufige Nebenwirkungen von Pembrolizumab (Keytruda®) (die mehr als 1 von 10 Personen betreffen können) sind Diarrhö (Durchfall), Übelkeit, Pruritus (Juckreiz), Hautausschlag, Arthralgie (Gelenkschmerzen) und Müdigkeit (Erschöpfung), die zumeist leicht bis mittelschwer sind. Weitere häufige Nebenwirkungen von Pembrolizumab (Keytruda®) betreffen die Aktivität des Immunsystems und verursachen Entzündungen von Körperorganen. Die meisten Nebenwirkungen klingen nach geeigneter Behandlung oder nach dem Absetzen von Pembrolizumab (Keytruda®) wieder ab.

    Die vollständige Auflistung der im Zusammenhang mit Pembrolizumab (Keytruda®) berichteten Nebenwirkungen und Einschränkungen ist der Packungsbeilage zu entnehmen.


    Synonyme

    • Lambrolizumab

    Chemie

    • C₆₅₀₄H₁₀₀₀₄N₁₇₁₆O₂₀₃₆S₄₆
    • 146.3 kDa (Peptide)

    Literatur & Quellen

    1. Zusammenfassung des EPAR für die Öffentlichkeit; Keytruda – Pembrolizumab; EMEA/H/C/003820; EMA/351474/2015 LINK

     

     

     

     

     

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