Sympathomimetika

Sympathomimetika

Als Sympathomimetika (Synonyme siehe unten) werden Arzneistoffe bezeichnet welche die Effekte von endogenen Agonisten des Sympathikus imitieren. Catecholamine sind die primären endogene Agonisten des Sympathikus. Sie fungieren sowohl als Neurotransmitter, als auch als Hormone.


Wirkmechanismus der Sympathomimetika

Sympathomimetisch wirkende Arzneistoffe können den Sympathikus durch zwei Mechanismen aktivieren:

  1. Direkte Rezeptoraktivierung
  2. indirekte Veränderung der endogenen Signalwege

Direkte Rezeptoraktivierung

Agonisten der α-Adrenozeptoren, der β-Adrenozeptoren und des D1-Rezeptors wirken direkt sympathomimetisch.  Beispiele für direkte α- und β-Adrenozeptor-Agonisten sind Salbutamol, Phenylephrin, Isoproterenol und Dobutamin. Ein Beispiel für einen direkten D1-Rezeptor-Agonisten ist Fenoldopam zur Behandlung einer hypertensiven Krise

Indirekte Veränderung der endogenen Signalwege

Monoaminooxidase-Hemmer (MAO) und Cathechol-O-Methyl-Transferase-Inhibitoren (COMT-Hemmer) verändern die Wirkung endogener Sympathikus-Stimmulatien. Amphetamine wirken als indirekte Stimmulatien durch eine Verstärkung der Freisetzung von Dopamin und Norephedrin (Phenylpropanolamin)

Sympathikus - sympathisches Nervensystem
Sympathikus – sympathisches Nervensystem

Struktur-Wirkung-Beziehung

Gemein ist vielen Sympathomimetika folgende chemische Strukturen:

  • Ein aromatischer Ring (Benzol) substituiert mit einer aliphatischen Kette von mindestens zwei Kohlenstoffatomen und einer Amin-Gruppe am Ende
  • Hydroxyl-Gruppen in meta und para Position

α-Sympathomimetika

Indikation für die Anwendung von α-Sympathomimetika sind eine systematische oder lokale Vasokonstriktion. Die natürlichen Botenstoffe Adrenalin und Noradrenalin sind nach parenteraler Gabe nur sehr kurz wirksam. Großen Einsatz finden die lokal wirksamen α-Sympathomimetika zur nasalen Anwendung. Beispiele dafür sind Xylometazolin, Naphazolin, Tramazolin, Tetryzolin


Unterschied Parasympatholytika

Die Effekte der Sympathomimetika und der Parasympatholytika (= Anticholinergika) ähneln sich stark, werden aber durch unterschiedliche Mechanismen bedingt.

 

 

Sympathikus Sympathomimetika
Schematische Darstellung des Sympathikus 
By OpenStax College – Anatomy & Physiology, Connexions Web site. http://cnx.org/content/col11496/1.6/, Jun 19, 2013., CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=30148017

Ähnliche Einträge


Beitrag veröffentlicht

in

von

Schlagwörter:

Kommentare

Schreibe einen Kommentar