Der Patient präsentiert eine Verordnung von seinem Hausarzt mit folgenden Medikamenten:

  1. Metformin 850mg 180st
  2. ASS 100mg

Auf einem zweiten Rezept von seinem Kardiologen:

  1. Candesartan 32 mg 100st
  2. Ramipril comp (5mg/12,5mg) 100st

Der Kunde leidet unter Muskelkrämpfen und kauft sich aufgrund eines vermuteten Elektrolytmangels eine Sportler-Mineralstoff-Brausetablette.

Welche Interaktionen auftreten können, erfahrt Ihr weiter unten!

Als erstes muss das Rezept des Kardiologen auffallen. Die Kombination Sartan/ACE-Hemmer ist für die Behandlung von Patienten mit Herzinsuffizienz zugelassen. Allerdings erhöht die zweifache Blockade des Renin-Angiotensin-Aldosteron-System die Warscheinlichekeit von unerwünschten Nebenwirkungen. Auftreten kann Hyperkaliämie, eine Verschlechterung der Nierenfunktion und symptomatische Hypotonie. Engmaschige Kontrollen werden empfohlen. Da die Verordnung durch einen Facharzt erfolgte, ist davon auszugehen, dass er alle Parameter kontrolliert ?!

Jetzt kommt die Verordnung des Hausarztes ins Spiel. Dieser verordnet Metformin 850mg , was auf einen vorliegenden Diabetes hindeutet. Als Spätfolge des Diabetes kann die Nierenfunktion eingeschränkt sein, was natürlich die oben genannte Problematik verschärfen könnte.

In den meisten Sport-Mineralstoff-Brausetabletten ist Kalium enthalten. Hier haben wir jetzt einen Fall, bei welchem der Kauf eines vermeintlich harmlosen Nahrungsergänzungmittel zu einer Komplikation führen kann. Zwar wirkt Hydrochlorothiazid Kalium-ausleitend und beugt einer Hyperkaliämie vor, doch könnte der Patient die Situation selbst verschärfen.

Was könnte ich jetzt als Apotheker/in unternehmen:

  1. Der Patient sollte gefragt werden, ob beide Ärzte informiert sind, was der jeweilige andere Arzt verschreibt. Und ob sich kürzlich die Medikation eventuell geändert hat.
  2. Von der Einnahme Kalium-haltiger Präparate in eigener Verantwortung sollte abgeraten werden. Wenn dann nur unter ärztlicher Kontrolle.

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